Wie ich mit 19 das Investieren begann

Hallo liebe Nathalie,
Hallo lieber Frank,

zunächst mal möchte ich euch sagen, dass ich euer Projekt wahnsinnig cool finde und aus vollem Herzen unterstützen möchte, da ihr versucht eine Ungleichheit, welche nicht kleinzureden ist, aufzuzeigen und zu beseitigen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, als ihr mir vorgeschlagen habt, einen kleinen Beitrag zu eurem Projekt zu leisten. Das bedeutet mir viel und zeigt mir, dass ich mit meinen Ansichten einen gewissen nachhaltigen Eindruck bei euch hinterlassen konnte.

Am besten fange ich damit an, mich kurz Euren Lesern vorzustellen und gehe im Anschluss auf Eure Fragen ein. Mein Name ist Athanasios, ich bin 26 Jahre jung und wohne in Schwetzingen.

Schon zu meiner Schulzeit konnte mich der normale Schulunterricht kaum begeistern und ich begann mich mit anderen, für mich interessanteren Themen, auseinanderzusetzen. Aus irgendeinem Grund zog mich zu dieser Zeit, neben Computerspielen, das Thema Finanzen an. Ich kann nicht zu 100% sagen, woran das lag, jedoch wird die finanzielle Situation, mit welcher ich aufwachsen durfte, maßgeblich verantwortlich dafür gewesen sein. Ich erkundigte mich darüber, was Aktien, Anleihen, ETFs und so weiter sind. Die gängigen Finanzprodukte eben.

Direkt nach dem Abitur habe ich eine Lehre zum Industriekaufmann angefangen und begann schon kurz nach der Probezeit mit dem Investieren. Hierzu hatte auch schon mein knappes Ausbildungsgehalt gereicht. Nach Abschluss meiner Lehre hatte ich mich für ein duales Studium der Immobilienwirtschaft entschieden, da mein Interesse auch explizit in die Richtung Immobilien mit Blick auf Kapitalanlagen ging.

Ich denke, damit konnte ich einen groben Überblick zu meiner Person geben und würde nun auf eure Fragen eingehen.

Wie kurz in der Einleitung angesprochen, habe ich mich schon während meiner Schulzeit für das Thema Finanzen interessiert. Ich denke zu dieser Zeit war ich so 15-16 Jahre jung. Damals haben mich die Fächer Deutsch, Geschichte oder auch Mathe nicht wirklich mitreißen können, weshalb ich mich mit anderen Themen auseinandersetzte. Neben diversen Büchern wie „Rich Dad Poor Dad“ habe ich hauptsächlich über verschiedene Internetseiten Beiträge zu finanziellen Themen gelesen oder auch auf YouTube Videos dazu geschaut.

Relativ schnell stieß ich auf meine ersten Charts und begann zu verstehen, wie diese funktionierten, was sie ausdrückten und wie sie zu deuten waren. Ich habe mir sozusagen das Thema Finanzinstrumente über alle möglichen Quellen mit der Zeit selbst beigebracht.

Im Jahr 2014 war es dann so weit, dass ich mein erstes Investment getätigt hatte. Im Alter von 19 Jahren, frisch in der Berufsausbildung, habe ich mit einem Investment von 500,00€ begonnen. Dass Kurse sowohl Höhen als auch Tiefen haben, war mir selbstverständlich bewusst, als ich jedoch am Ende des Jahres von meinem Startkapital nur noch 457,36€ hatte, hat mich das natürlich verunsichert. Rückblickend kann ich sagen, dass diese Erfahrung ein großer Schritt für mich war, da ich lernte, geduldig zu bleiben und der Zeit zu vertrauen. Um von den Kursschwankungen profitieren zu können, richtete ich mir einen Dauerauftrag mit nur 35,00€ monatlicher Einzahlung ein und wartete ab. Wenn ich heute auf mein Investment blicke, habe ich insgesamt 3.020,00€ investiert und dabei knapp 75% an Rendite erzielt. Das Ganze hat mich zwei Sachen gelehrt: Zum einen, dass 35,00€ monatlich nicht weh tun und nach 5 Jahren eine beträchtliche Summe ausmachen. Zum anderen, dass ich Geld, ohne mein Zutun, für mich arbeiten lassen kann und sich dieses vermehrt.


Abschließend würde ich noch gerne sagen, dass mir die Frage des „Wann“ sehr gefällt. Ein kleines Beispiel, wieso: Wenn ich im ersten Jahr 1.200,00€ investiert und darauf 10% Zinsen erhalten habe, dann sind das 120,00€ Rendite. Jetzt kann man sagen, dass das dem Verlust entspricht, wenn man ein Jahr später mit dem Inverstieren beginnt.

Jedoch sehe ich das aus dem Blickwinkel, dass mir dann ein Jahr weniger zum Investieren bleibt. Daher müsste ich mir errechnen, wie viel mir ein weiteres Jahr am Ende meines Investments gebracht hätte.

Wie ihr sehr gut in Eurem Blog aufzeigt, können das bei einer Laufzeit von 34 bzw. 35 Jahren ganz schnell 22.000,00€ sein, welche man sich entgehen lässt.

Daher habe ich mich in den vergangenen Monaten sehr damit beschäftigt, wie man es jungen Menschen ermöglichen kann, dieses finanzielle Wissen früher zu erwerben, damit auch früher mit dem Investieren begonnen werden kann.

Auch eine sehr interessante Frage! Geld ist für gewöhnlich ein Thema, worüber in Deutschland nicht gesprochen wird. Genau hier sehe ich das Problem. Wenn man sich nicht mit dem Thema Geld auseinandersetzt und darüber redet, kann man seine Fähigkeiten mit diesem nur schwer verbessern. Genauso wie wir regelmäßig Sport treiben müssen, um unsere Leistung zu verbessern. Ich vertrete aber auch die Meinung, dass man sich nicht ausschließlich über Geld Gedanken machen sollte, jedoch kann Geld vieles einfacher machen. Hierzu habe ich ein sehr passendes Zitat aus Bodo Schäfers Buch „Der Weg zur finanziellen Freiheit“: – „Wir sollten die Bedeutung von Geld nicht überbetonen. Aber wissen Sie, wann Geld zu wichtig wird? Wenn es an allen Ecken und Kanten fehlt. Wer Geldprobleme hat, denkt viel zu sehr über Geld nach“.

Für mich ist somit Geld eher ein Mittel zum Zweck. Ich sehe Geld als Mittel, mit welchem ich mir eine gewisse Sicherheit und vor allem Freiheit erwerben kann. Die Freiheit, mein Leben so zu gestalten, wie ich das möchte. Natürlich muss zunächst definiert werden, was Freiheit für einen selbst bedeutet.Oft sehen wir den Sachverhalt nur aus dem einen Blickwinkel und sagen uns: „Ich muss viel Geld verdienen, damit ich mir alles leisten kann. Dann bin ich frei.“. Jedoch ist das nicht der einzige und meiner Meinung nach auch nicht der richtige Weg.

Ich erinnere mich an eine Situation im Studium als es darum ging, zu ermitteln, wie groß das Haus sein darf, welches wir uns kaufen möchten. Ein Großteil der Kommilitonen vertrat die Meinung, dass das von der Höhe des Kredits abhängt, welchen uns die Bank gewährt. In diesem Moment ist mir aufgefallen, dass wir nicht nach unseren Bedürfnissen wählen, sondern versuchen, das Größtmögliche zu erhalten. Auch wenn uns diese Entscheidung für Jahrzehnte bindet.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Ich will Konsum nicht verurteilen und schlecht reden. Jedoch verknüpfen wir viel zu oft Konsum mit Glück, auch wenn wir wissen, dass dieses Glück nicht lange anhält. Für mich bedeutet Glück die Freiheit zu haben, das zu machen, was ich will ohne mir Sorgen um Geld machen zu müssen. Daher macht es für mich mehr Sinn Geld für mich arbeiten zu lassen, damit dieses ein passives Einkommen generieren kann. Das ermöglicht mir, ohne aktives Arbeiten, ein Einkommen zu haben.

Hierbei muss aber klar unterschieden werden, wann es sich um einen Vermögenswert handelt und wann um eine Verbindlichkeit. Diese Unterscheidung ist oft nicht so einfach. Beispielsweise wird im Volksmund oft davon geredet, dass man in ein neues Auto investiert hat, da dieses weniger Sprit verbraucht, keine hohen Werkstattkosten hat und so weiter. Natürlich kann ein solcher Kauf langfristig Geld sparen, jedoch handelt es sich hierbei nicht um ein Investment, sondern um eine Verbindlichkeit. Denn schaut man sich den Kauf eines Autos an, so ist dieser verbunden mit Kosten. Diesen Kosten steht in der Regel weder eine Wertsteigerung noch ein dauerhaft passives Einkommen gegenüber.

Im Vergleich dazu, bringt beispielsweise ein Investment in ETFs, so wie ihr es in Euren Seminaren und Kursen kommuniziert, regelmäßige Rendite und somit eine gewisse Wertsteigerung mit sich.

Daher möchte ich Euren Lesern folgendes mit auf dem Weg geben: Wenn wir bewusst konsumieren und intelligent anlegen, dann schaffen wir uns Freiraum für das, was wirklich zählt. 😊

1 Gedanke zu „Wie ich mit 19 das Investieren begann“

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