Mein Weg in die finanzielle Eigenverantwortung

Meine Erfahrung deckt sich wohl mit den Erfahrungen vieler Frauen und vor allem Mütter im Patriarchat. Ohnmächtig stand ich der Komplexität des Finanzmarktes gegenüber – dieses Thema war anderen vorbehalten. Männern, die Ahnung und Geld hatten. An der Börse handelten und Wörter wie Zinseszinseffekt verstanden. Mein Konto war am Ende des Monats sowieso immer leer, wenn nicht sogar im Minus. Später dann Kinder, unbezahlte Care-Arbeit statt Karriere… Wozu also mit Finanzen beschäftigen? Doch dann kam der Wendepunkt. Zwei Wendepunkte, um genau zu sein. Heute bin ich finanziell gut aufgestellt, habe mein Geld investiert und treffe eigenverantwortlich informierte Entscheidungen bezüglich meiner Finanzen.

Wie kam es dazu?

Die Autorin des Buches “Vegane Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit” mit einem ihrer Zwillinge auf der Transfăgărășan in Rumäniens Karpaten.

Manche würden sagen, es sind unsere Glaubenssätze, die das Verhältnis von uns Frauen zum Geld negativ beeinflussen (“Geld verdirbt den Charakter”, “Der Mann bringt das Geld nach Hause” sind so Klassiker). Andere sagen, dass das Thema Finanzen bereits in der Schule gelehrt werden sollte (und zwar bitte up to date und nicht mit so verstaubtem Inhalt wie in manch anderen Schulfächern), denn wer soll bei der Komplexität des Finanzmarktes ohne intensive Schulung denn als Laie jemals einen Überblick bekommen? Das Verhältnis zu Beratern bei Bank oder Versicherung ist oftmals (leider zurecht) von tiefem Misstrauen geprägt. Und wenn am Ende des Kontos ohnehin noch viel zu viel Monat übrig ist, braucht man sich über Geldanlagen ja sowieso keine Gedanken zu machen… Oder etwa doch?

Auch wenn ich während des Studiums nicht viel Geld zur Verfügung hatte, unternahm ich bereits damals, überredet und unter Druck gesetzt von einem Berater meiner Hausbank und angetrieben von dem unterschwelligen schlechten Gewissen, weil ich mich bisher nicht um meine Finanzen gekümmert hatte, mit einem Bausparvertrag und einige Jahre später vermögenswirksamen Leistungen den Versuch, etwas Geld anzusparen. Es stellte sich mit der Zeit heraus, dass ich leider völlig falsch beraten wurde. Kein Wunder, ich verstand im wahrsten Sinne des Wortes bei den Beratungsgesprächen nur “Bahnhof”, fühlte mich gedrängt, hatte kein Vertrauen, keine Vergleichsmöglichkeiten, keine Ahnung.

Irgendwann konnte ich mich dazu durchringen, einen Riester-Vertrag abzuschließen, immerhin tat ich dies nach etwas Eigenrecherche online, weil ich irgendwo gelesen hatte, so würde ich mir Gebüren sparen – nur um mir im Anschluss von allen Seiten anzuhören, was das für ein großer Fehler war und dass ich froh sein könne, wenn ich das Geld, was ich investiere, überhaupt wieder raus bekomme. Insgesamt hatte ich also eher frustrierende Erfahrungen, fühlte mich schlecht beraten und über den Tisch gezogen. Und es schien auch gar keine gute Möglichkeit zu geben, sein Geld anzusparen – alle erzählten mir immer nur, warum Dieses und Jenes schlecht sei, doch von einem wirklich guten Finanzprodukt hörte ich nicht.

Plötzlich konnte ich sparen

Annas ältestes Kind genießt die Freiheit auf der Reise durch Marokko

Irgendwann fand ich mich in einer Beziehung mit einem Mann wieder, bei dem ich recht schnell merkte, dass er einen ganz anderen Umgang mit Geld hatte, als ich ihn bis dahin kannte. Er war sehr darauf bedacht, kein Geld zu verschwenden, investierte sehr viel Zeit in Recherche, um auch ja keinen Cent zu viel auszugeben, jede Anschaffung wurde genauestens abgewogen, obwohl ihm mehr als genug Geld zur Verfügung stand, und an ein partnerschaftliches Gemeinschaftskonto, wie ich es aus meiner vorherigen Beziehung kannte, war für mich nicht zu denken.

Nun mache ich gerne das Beste aus der jeweiligen Situation und sehe solche Unterschiede im Umgang mit bestimmten Themen gerne als mein persönliches Lern- und Entwicklungsfeld. Da wir nach einiger Zeit auch gemeinsame Kinder hatten, fing ich also ebenfalls an, jeden Cent beiseite zu legen, den ich erübrigen konnte – allerdings mit deutlich mehr Leichtigkeit und ohne ein Gefühl des Verzichts. Ich wusste, dass ich – auch wenn mein Partner sich selbstverständlich fair an den laufenden Kosten beteiligte – finanziell unabhängig sein musste, wenn ich nicht über jede Anschaffung für die Kinder oder mich erst mit ihm diskutieren wollte. So wie ich auch ahnte, dass es zu finanziellen Problemen kommen könnte, sollte einmal eine Trennung im Raum stehen. Inzwischen gehen wir auch tatsächlich getrennte Wege. Doch ich habe in dieser Zeit das Sparen gelernt und einige wertvolle Angewohnheiten aus dieser Beziehung mitgenommen:

  • Früher habe ich mein gesamtes Einkommen als Monatsbudget betrachtet. Inzwischen habe ich ein zweites Konto, auf das ich zum Monatsanfang eine Summe überweise. Dieses Geld ist für mich weg und wird nicht angerührt und ich haushalte mit dem, was ich auf meinem Alltagskonto habe.
  • Wenn ich Sachen einkaufe, schaue ich, ob es sie online gebraucht gibt, ob es Angebote oder Gutscheine gibt, gehe auf den Flohmarkt oder in 2nd-Hand-Shops. Wenn ich dadurch am Ende des Monats noch Geld übrig habe, überweise ich es ebenfalls auf mein Sparkonto.
  • Viele Onlineshops bieten Cashback-Optionen an und es gibt Portale, die dir einen Link zur Verfügung stellen, über den du deine Bestellungen tätigen kannst. Über die Zeit sammelst du so Guthaben an, das du dir dann auszahlen lassen kannst, ganz nach dem Motto “Kleinvieh macht auch Mist”. Weiterhin findest du mit einer kurzen Google-Suche oft Gutscheine und kannst ein paar Euro bei deinen Online-Einkäufen sparen. Manche Kreditkarten-Anbieter bieten sogar für Offline-Einkäufe Cashback an.
  • Eine Zeit lang habe ich ein Haushaltsbuch geführt und tatsächlich meine Ausgaben akribisch notiert. Es gibt hierfür hilfreiche Apps, die sich auch auf mehreren Endgeräten synchronisieren lassen. Auch jetzt noch überschlage ich regelmäßig meine Ausgaben, schaue, wo Einsparpotenzial ist, und gleiche meine Ausgaben mit meinem Budget ab.

Nach der Trennung stand ich also da, mit einer beruhigenden Summe auf meinem Zweitkonto, einem Startkapital, das mich nicht nur durch die Zeit tragen würde, die es dauert, bis die Unterhaltsfrage für die gemeinsamen Kinder geklärt ist. Aber gleichzeitig auch mit dem Wissen, dass ich in der heutigen Zeit keinerlei Zinsen bekomme, ja das Geld dank Inflation mit der Zeit sogar an Wert verlieren wird, solange ich es ungenutzt auf dem Konto liegen lasse.

Wohin mit dem Ersparten?

Mir wurde bewusst, dass die Zeit gekommen war, das Finanzthema nun ein für allemal anzugehen. Ich machte mir einen Plan. Ein Teil des Geldes musste frei verfügbar auf meinem Konto bleiben, um finanziell flexibel zu bleiben. Um das Investitionsrisiko zu minimieren, wollte ich den Rest breit streuen. Was waren doch gleich diese ETFs, von denen ich schon häufiger gehört hatte? Und wie komme ich da dran? Was ist der Unterschied zu Aktien und ist das alles nicht viel zu unsicher? Also vielleicht doch lieber Gold, das soll ja sehr beständig sein? Aber wo bekomme ich das her? Wo lagere ich es ein ohne die Wertsteigerung durch die Lagerkosten direkt wieder zu verbrennen? Für eine eigene Immobilie reichte mein Kapital nicht aus und irgendwie ängstigte mich der Gedanke auch eher. Zu hohes Risiko, Eigentum verpflichtet und wie sollte ich die Qualität der Bausubstanz bewerten, das Geld für Instandhaltung aufbringen, mich im Alltag mit meinen Kindern noch um die Vermietung einer Immobilie kümmern? Also wohl doch lieber diese komischen ETFs?

Anna’s eBook kann hier bestellt werden.

Viel Blut, Schweiß und Tränen später hatte ich einen Online-Broker bei meiner Direktbank eröffnet, hatte die bürokratischen Hürden überwunden (das Absurde ist ja, dass man angeben muss, man hätte Erfahrungen mit Investitionen, da man ohne Erfahrungen gar nicht erst investieren darf – doch wie Erfahrungen sammeln ohne eine erste Investition tätigen zu dürfen?!).

Nun ging es an die Recherche, in welche ETFs ich investiere. Ich befragte Google, welche nachhaltigen ETFs es gibt. Durchforstete Empfehlungslisten. Schaute mir an, wie die verschiedenen ETFs performten. Versuchte, das ganze Fachchinesisch zu verstehen. Verstand den Unterschied zwischen thesaurierend und ausschüttend. Und entschied mich für mehrere ETFs aus verschiedenen Branchen, mit Aktien von Unternehmen aus aller Welt. Wollte sie kaufen und stand zwischenzeitlich schon wieder kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Nun sollte ich einen Handelsplatz auswählen. Ja woher sollte ich denn das schon wieder wissen?! Wieder Google fragen, versuchen zu verstehen, wie sich die Handelsplätze unterscheiden, und eine halbwegs sinnvolle Entscheidung zu treffen. Zehn graue Haare später hatte ich meine ETFs gekauft und beobachtete aufgeregt, wie mein Geld mal mehr, mal weniger wurde.

Man braucht wirklich starke Nerven – oder sollte wohl besser gar nicht erst nachgucken. Denn nachdem ich erst einige Prozente Plus machte, rutschten meine ETFs anschließend einmal kräftig ab. War doch alles ein Fehler? Mein Erspartes einfach weg? Durchatmen, Ruhe bewahren. Die Kurse erholten sich wieder und ich las noch einmal nach, dass man sich in solchen Phasen einfach entspannt zurücklehnen sollte. Also alles gut.

Im Ferienhaus auf Zypern lebt Anna mit ihren fünf Kindern für mehrere Monate.

Kurz darauf erfuhr ich, dass Nathalie und Frank gerade mit ihrem wundervollen Projekt InvestmentMama durchstarten. Für mich leider zu spät, denn die gebündelten Infos der beiden hätten mir viel Zeit und Nerven erspart. Trotzdem ist die Freude groß, denn es ist eine schöne und beruhigende Bestätigung, dass ich am Ende zum gleichen Ergebnis gekommen bin wie die beiden Profis und mich für ETFs entschieden habe.

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